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Neues Regelwerk für Visa Chargebacks

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Visa Chargeback: Das müssen Händler über die Visa Claims Resolution wissen

Ob im stationären Handel oder im E-Commerce: Rückbuchungen durch Kunden, sogenannte Chargebacks, sind keine Seltenheit. Um die Abwicklung von Chargebacks und die dazugehörigen Abläufe zu vereinfachen, hat Visa vor Kurzem neue Prozesse, die Visa Claims Resolution (VCR), eingeführt. Christian Jung, Director Risk Management bei Concardis, beantwortet in unserem Q&A alle wesentlichen Fragen zu der neuen Regelung und erklärt, worauf Händler jetzt achten müssen.

Die Visa Claims Resolution ist eine Überarbeitung der bisherigen Chargeback-Prozesse, die dazu dient, Rückbuchungen zu minimieren und die damit verbundenen Abläufe noch schneller und einfacher zu gestalten.

Eine Veränderung des Rückbuchungsprozesses war überfällig, da die alten Abläufe nicht mehr den Anforderungen des modernen Handels gerecht wurden. Mithilfe der VCR sollen die Anzahl von ungültigen Chargebacks verringert und die Abläufe vereinfacht und beschleunigt werden. Das heißt, unberechtigte Rückbuchungen werden durch automatisierte Arbeitsabläufe von Visa schneller erkannt und abgelehnt – noch bevor sie den Händler erreichen, was diesem eine Menge Arbeit erspart. Im Fall von gültigen Chargebacks werden die Belegprozesse vereinfacht und die Fristen verkürzt. So kommt es früher zu einem Abschluss der Angelegenheit und der Händler erhält schneller Klarheit.

Visa setzt mit der VCR ein komplett neues Regelwerk auf. Eine wesentliche Veränderung ist die Zusammenfassung der bisherigen 22 Rückbelastungsgründe in vier Kategorien: Betrug, Autorisierungsfehler, Prozessfehler und Kundenbeschwerden.

Betrug und Autorisierungsfehler werden verarbeitet, indem Visa automatisch ungültige Beschwerden herausfiltert und, wo möglich, die Verantwortlichkeiten klärt. Im Fall von Prozessfehlern und Kundenbeschwerden müssen Händler, Acquirer und Issuer gemeinsam die benötigten Informationen zusammentragen.

Seit April 2018 werden alle Rückbuchungen mit Visa Kreditkarten automatisch nach den neuen Regeln von Visa behandelt. Die VCR betrifft dabei neben Händlern auch Issuer, also die kartenherausgebenden Institute, und Payment Service Provider wie Concardis.

Die Visa Claims Resolution hat keine Auswirkungen auf Rückbuchungen mit anderen Kreditkarten – sie gilt nur für Kreditkarten von Visa.

Händler müssen beachten, dass sie jetzt nur noch 31 statt wie bisher 45 Tage Zeit haben, um auf Chargeback-Forderungen zu reagieren. Ein wesentlicher Vorteil für Händler ist, dass die Anzahl an Rückbuchungen reduziert wird, da unberechtigte Rückbuchungen von Visa früher erkannt und direkt abgelehnt werden.

Für Händler besteht kein Handlungsbedarf: Die VCR wird automatisch auf alle Chargeback-Fälle mit Visa Kreditkarten angewandt.

Concardis übernimmt den kompletten Rückbuchungsprozess für den Händler – ob bei Visa oder anderen Kreditkartenmarken. Das heißt, die kartenherausgebende Bank des Verbrauchers setzt sich bei einer Rückbuchung mit Concardis in Verbindung, anstatt sich an den Händler zu wenden. Concardis informiert anschließend den Händler detailliert darüber, welche Dokumente er zur Verfügung stellen muss und wann die Frist abläuft. Das Konto des Händlers wird dabei erst belastet, wenn geklärt ist, ob die Chargeback-Forderung berechtigt war – solange übernimmt Concardis die finanzielle Belastung.

Sie haben weitere Fragen zur Visa Claims Resolution? Schreiben Sie uns – wir helfen Ihnen gerne weiter: Kontaktformular

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