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Voice Commerce: Einkaufen per Stimme

Experte

Marcus W. Mosen

Payment-Experte und CEO

„Mehl, Eier, Butter und ein Liter Milch“ – die Einkaufsliste einfach aufsagen und am nächsten Tag die Lebensmittel direkt nach Hause geliefert bekommen, das wäre praktisch. Damit könnte man nicht nur den Lebensmitteleinkauf, sondern auch die Suche nach den neuen Lieblingsschuhen erleichtern: Kein händisches Eintippen von Produkt-Keywords, kein stundenlanges Vergleichen der Angebote, keine langatmige Suche nach dem besten Anbieter und das Ganze noch während des Autofahrens. Genau das macht der sogenannte Voice Commerce jetzt möglich.

 

Voice Commerce – Was ist das?

Voice Commerce bezeichnet das Initiieren eines Online-Einkaufvorgangs über die menschliche Stimme. Anstelle der Eingabe eines Suchbegriffes in Google übernimmt beim Voice Commerce ein Interface wie beispielsweise Alexa von Amazon oder Google's Assistant sowohl Einkauf als auch Abwicklung und Bezahlung von Produkten im Internet. Damit die Kommunikation zwischen der digitalen Schnittstelle und dem Verbraucher reibungslos funktioniert, sind Sprachinterfaces sowohl mit Mikrofon für die Befehlsaufnahme als auch mit Lautsprecher für die verbale Bestätigung sowie mögliche Rückfragen ausgestattet. Die digitalen Assistenten führen natürlich nur dann Aufgaben aus, wenn man sie gezielt darum bittet. Dafür haben sie konkrete Sprachbefehle, die zu Beginn genannt werden müssen; nur dann weiß das System auch, dass es angesprochen wird und in Aktion treten soll.

Künstliche Intelligenz ermöglicht individuelle Shopping-Ergebnisse

Aber wie schafft es der digitale Assistent nun, dass der Verbraucher am Ende des Einkaufs Schuhe in den Händen hält, die passen und bei denen Stil und Farbe gefällt? Das Stichwort: Artificial Intelligence (AI) – also künstliche Intelligenz. Das heißt, der Sprachdienst ist so programmiert, dass er in der Lage ist, eigenständig Probleme und Fragestellungen zu bearbeiten. Dafür lernt das intelligente System aus vergangenen Anfragen. Es überprüft beispielsweise Größe, Stil und Brands der letzten fünf Schuhbestellungen. Dadurch kann der Assistent eingrenzen, welche aktuell auf dem Markt erhältlichen Schuhe infrage kommen. Auf Basis der Suchhistorie des Verbrauchers wird für den Sprachdienst der individuelle Geschmack des Verbrauchers 'predictive', also vorhersehbar.

 

Bezahlvorgänge erfolgen im Hintergrund

Doch wie genau läuft das mit der Bezahlung? Derzeit ist es notwendig, dass Sprachdienste wie Siri und Alexa an größere Online-Plattformen oder Marktplätze angebunden sind. Hier müssen sich sowohl Händler und Dienstleister als auch die Kunden vorab mit ihren Bezahldaten registrieren. Auf Basis der bei der Plattform hinterlegten Daten können digitale Assistenten dann die Bezahlung der georderten Produkte einleiten und abwickeln. Das heißt für Händler: Bei verbalen Bestellaufträgen werden auch nur diejenigen Händler und Dienstleister berücksichtigt, die an die jeweilige Plattform angeschlossen sind.

Das gewünschte Bezahlverfahren müssen Verbraucher vorab im System des Sprach-Interfaces festlegen; so weiß der Assistent automatisch, ob die Bestellung beispielsweise über Kreditkarte oder Rechnung abgewickelt werden soll. Was die Sicherheit betrifft, so gibt es je nach Systemanbieter unterschiedliche Optionen: Per Fingerprint, Bestätigungs-Button oder mündlichem Bestätigungscode kann der Nutzer sicherstellen, dass auch nur dann gekauft wird, wenn er es autorisiert. Wer es noch einfacher haben möchte, der kann auf die Sicherheitsabfrage verzichten und ohne zusätzliche Bestätigung bestellen.

Mit dem Voice Commerce gibt es beim Payment ganz neue Aufgabenstellungen: Es gilt beispielsweise, gleichzeitig verschiedene Bestellungen in einem einheitlichen Bezahlsystem zu ermöglichen. Auf diese Weise können Verbraucher, die über eine Plattform bei verschiedenen Händlern bestellen, alle Produkte zusammen bezahlen. Concardis arbeitet derzeit an der Optimierung solcher Payment-Lösungen.

 

Blick in die Zukunft

Wichtig zu wissen: Sprach-Interfaces sind offene Systeme und können weiterentwickelt werden. So können die Fähigkeiten von Amazon Echo beispielsweise durch sogenannte Skills ausgebaut werden. Es wäre also möglich, dass bald schon weitere Plattformen an den digitalen Assistenten gekoppelt werden können, die das Suchportfolio des Sprachdienstes ergänzen. Damit steigen auch die Möglichkeiten für Händler und Dienstleister, sich mit ihren Produkten im Voice Commerce zu platzieren.

In den USA ist Amazon Echo bereits 2015 auf den Markt gekommen. Die Anzahl der Fähigkeiten von Alexa, dem Sprachdienst hinter dem Echo, haben seitdem stark zugenommen. Allein 2016 hatten sich Alexas Fähigkeiten innerhalb eines Halbjahres mehr als verfünffacht.

Sie haben Fragen zum Voice Commerce? Sprechen Sie uns an:

E-Mail: ecommerce@concardis.com, Tel.: 069 7922-4059

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